 | |
Viele suchen den Nervenkitzel ! Geschrieben am Mittwoch, 16.August. @ 11:00:00 CEST
Thema: allgemeine Sicherheitshinweise
|
Wie gefährlich sind die Schmalfelder Kurven? Nach dem schweren Unfall vom Wochenende, bei dem eine Mutter und ihre Tochter starben, kommt für den Landrat ein Fahrverbot für Motorradfahrer auf der Strecke nur als letzte Möglichkeit in Betracht.
Der schwere Unfall in den Schmalfelder Kurven ist auf den großen Leichtsinn der 41 Jahre alten Motorradfahrerin zurückzuführen, die mit ihrer 17 Jahre alten Tochter bei dem Unglück am Sonntag ums Leben kam. Trotz Überholverbots hatte die Suzuki-Fahrerin aus Salzhausen (Niedersachsen) auf dem Weg in Richtung Kaltenkirchen zwei Motorräder und zwei Autos überholt. Außerdem trugen sie und ihr Tochter, die als Sozia mitfuhr, keine Schutzkleidung.
Wie berichtet, kamen die Frauen am Sonntag auf der L 234 ums Leben, als sie gegen 14.50 Uhr mit der Maschine auf der Gegenfahrbahn mit einem Mitsubishi kollidierten. Nach Zeugenangaben hatte es die Motorradfahrerin auf der kurvenreichen Strecke nicht geschafft, auf den rechten Fahrstreifen zurückzukehren, nachdem sie zwei Motorräder und zwei Autos überholt hatte.
Der Mitsubishi-Fahrer aus Kaltenkirchen hatte seine Fahrt verlangsamt, um nach links in den Kamper Stieg abzubiegen. "Die vier Insassen des Pkw wurden bei dem Unfall zum Teil schwer verletzt", sagte Polizeisprecherin Sabine Zurlo. In dem Auto saßen zwei Kaltenkirchener und zwei Schmalfelder.
Die Motorradfahrerin trug nur eine Jeans, eine Bomberjacke und einen Jethelm. Ihre Tochter war zwar mit einem Integralhelm ausgerüstet, trug jedoch auch lediglich Jeans, eine Jacke ohne Protektoren sowie Fahrradhandschuhe. "Das war furchtbarer Leichtsinn", so ein Beamter.
Polizeisprecherin Zurlo betonte, Ursache dieses Unfalls sei das Fahrverhalten gewesen, nicht die Strecke selbst. Seit Jahren reißen die Diskussionen über die Schmalfelder Kurven nicht ab, die bei Motorradfahrern ebenso beliebt wie gefürchtet sind. Nach mehreren schweren Unfällen hatte die Verkehrsaufsicht der Kreisverwaltung 2003 ein Überholverbot und eine Geschwindigkeitsbeschränkung auf 70 km/h angeordnet.
Zwar gingen seitdem die Unfallzahlen zurück, und die Polizei stuft die Strecke nicht mehr als Unfallschwerpunkt ein. Dennoch wurden in diesem Jahr bereits bei zehn Unfällen acht Menschen verletzt. 2005 waren es 16 Unfälle. "Die Straße steht unter ständiger Beobachtung", sagte Zurlo. Die Polizei kontrolliere dort regelmäßig.
In der Amtsleiterrunde des Kaltenkirchener Rathauses standen die Kurven gestern ebenfalls auf der Tagesordnung. Bereits im November hatte Bürgermeister Stefan Sünwoldt die Kreisverwaltung um eine Prüfung gebeten, wie auf dem Abschnitt für mehr Sicherheit gesorgt werden könnte. Bislang hat er lediglich eine telefonische Eingangsbestätigung erhalten. Jetzt will er eine schriftliche Antwort anmahnen. "Die Kurven werden für den Nervenkitzel missbraucht", kritisierte Sünwoldt.
Landrat Georg Gorrissen und seine Mitarbeiter wollen nach dem Unglück vom Sonntag erneut die Unfallzahlen überprüfen. Sollte sich herausstellen, dass das Tempolimit und das Überholverbot nicht weiterhelfen, komme als letzte Möglichkeit auch eine Sperrung für Motorradfahrer in Betracht, erklärte Gorrissen.
Andererseits kenne er Straßen, die gefährlicher seien. Dennoch komme niemand auf die Idee, diese Strecken beispielsweise für Pkw zu sperren. "Emotionen spielen in der Diskussion eine große Rolle", hat Gorrissen festgestellt. Zu glauben, schwere Unfälle ließen sich verhindern, sei eine Illusion, sagte Gorrissen.
Quelle: © Hamburger Abendblatt Online - http://www.abendblatt.de
Autor: www.Burning-Out.de
|
|
| |
| Artikel Bewertung | durchschnittliche Punktzahl: 4 Stimmen: 2

| |
|
Vorhandene Themen
 |
|
| "Login" | Anmelden/Neuanmeldung | 0 Kommentare |
|
| | Für den Inhalt der Kommentare sind die Verfasser verantwortlich. |
|
|
|
Keine anonymen Kommentare möglich, bitte zuerst anmelden |
|
|